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Dreißigjährige Krieg

Himmelfahrt Mariens oben im Hochaltar der KlosterkircheIm Kloster selbst war die Zahl der Mönche niemals so groß wie in manchen großen Abteien, von denen berichtet wird, daß sie in ihrer Blütezeit an die 100 Chormönche und an die 300 Laienbrüder hatten. Im Chor waren Stallen fiir 42 Chormönche vorhanden. Als im Jahre 1616 der Generalabt Nikolaus Boucherat von Citeaux in Hohenfurth Visitation hielt, zählte der Konvent nur 14 Professen, 1 Novizen und 3 Laienbrüder; 6 weitere Professen waren in auswärtigen Stellun-gen. Das war allerdings knapp vor dem Dreißigjährigen Krieg, der, obwohl sich das große Kriegsgeschehen weit entfernt abspielte, doch fiir das Stift, seine Bewohner und Untertanen eine schwere Zeit war, in welcher, wie uns die Chronisten berichten, militärische Lieferungen, Einquartierungen, Raub und Plünderungen kein Ende nahmen. Abt Quirin Mickl (1747 - 67)Im Jahre 1636 zählte man bereits 77 verödete Bauerngehöfte auf dem Stiftsgebiet und es wurden derer immer mehr. Das Stift selber hatteeine hohe Schuldenlast. Im Jahre 1648, gegen Ende des Krieges, kamen schwedische Kriegsscharen bis nach Südböhmen und drangen sogar bis Hohenfurth vor. Während des Krieges war der Konvent zeitweise ganz oder zum Teil in anderen Klöstern untergebracht, nicht nur wegen der Kriegsgefahr, sondern auch, weil das Kloster zu Zeiten nicht in der Lage war, den ganzen Konvent zu erhalten. Doch gab es zwischendurch auch ruhige Zeiten, in denen sich das Stift von den Kriegsschaden etwas erholen konnte, vor allem dann unter dem tüchtigen, aus der Lausitz stammenden Abt Georg III. Wendschuh, Ritter von Zdir (1641-1668). Er war einer der markantesten Abtsgestalten in der Äbteserie von Hohenfurth, der zudem auch wissenschaftlich tätig war. Sein Hauptwerk sind die neun Foliobände umfassenden „Acta Altovadensia". Bemerkenswert ist, daß im Dreißigjährigen Krieg, im Gegensatz zu den Hussitenkriegen, kein einziges der böhmisch-mährischen Zisterzienserklöster unterging. Im Jahre 1627 erhielten die Ábte von Goldenkron und Hohenfurthals infulierte Prälaten Sitz und Stimme im böhmischen Landtag. Unter dem Abt Johann IV. Clavey (1669-1687), einem Elsässer, erreichte das Kloster den ungewóhnlich hohen Mitgliederstand von 58 Mönchen. Deshalb baute der Abt im Jahre 1671 das derzeitige Konventgebäude sowie - entgegen dem ursprünglichen Ordensverbot - den ersten Turm der Klosterkirche.


 
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